Wenn es schneit, bin ich 4

So oder so ähnlich hören wir es in letzter Zeit immer öfter und ich muss ehrlich sagen: Ich hoffe sehr, dass es nicht vor seinem Geburtstag schneit, denn dann bekommen wir arge Probleme. Mein großer Junge ist jetzt 3 3/4 und nicht nur er freut sich auf seinen Geburtstag sondern auch ich bin gedanklich bereits mit der Planung beschäftigt. Und ich drücke die Daumen, dass es alles so klappt wie ich mir das vorstelle. Das größte Problem wird wohl sein, dass die kleinen Gäste, die wir dieses Jahr einladen wollen, auch Zeit haben. Denn, seien wir mal ehrlich, so kurz vor Weihnachten ist das nicht unbedingt selbstverständlich. Andererseits hat so ein freier Samstagnachmittag vor Heiligabend in meiner Vorstellung auch etwas schönes, aber ich mache mir sicher wieder einmal viel zu viele Gedanken.

Mit 3 3/4 ist Momo ein wirklicher Schatz, wenn es darum geht jemandem im Haushalt zu helfen! Sei es beim Staubwischen, Kochen, Staubsaugen oder oder oder. Doch soll er sein Zimmer aufräumen wandelt sich das Blatt und nichts geht mehr. Alles was ihm gerade nicht in den Kram passt wird mit aller Kraft abgelehnt. Da fliegen dann auch mal Sachen durch die Gegend, es wird gehauen, getreten und geschrieen und am Ende viel geweint, damit er irgendwie zu seinem Willen kommt. Jedes “Nein” ist für ihn Höchststrafe, es ist zur Zeit wahnsinnig anstrengend und ich bin wirklich gespannt wie das mit ihm weiter geht.

Männie ist sein bester Freund, zumindest meistens. Wenn er ihm nicht gerade das Spielzeug klaut, weil Männie dafür noch viel zu klein ist oder er sich dazwischen drängelt wenn wir Quatsch mit dem Baby machen. Ansonsten ist er Männies Animateur: Er singt mit ihm, klettert in sein Bett, wenn er hört, dass er wach wird, tröstet und  kitzelt ihn und zeigt ihm die Welt. Er ist ein toller großer Bruder und ich hoffe, dass es noch lange so anhält zwischen den beiden.

Seine (positive) Eifersucht versuchen wir einzudämmen so gar nicht erst die Chance geben ins Negative umzuschlagen, in dem wir ihn möglichst bei allem beiwohnen lassen. Da er gerne hilft, ist das auch gar nicht so schwer eine Tätigkeit für ihn zu finden, sodass er sich wohl fühlt. Dennoch mag auch Momo seine Exklusivzeiten haben und genießt diese. Dass er solche bekommt ist uns auch ein inneres Bedürfnis.

Gerade auch, weil sein ganzes Leben zur Zeit aus einem Wettkampf besteht und wir versuchen ihm gerade beizubringen, dass es eben nicht so ist. Dass man nicht immer der Erste sein kann,  aber das fällt ihm arg schwer zu akzeptieren. Wir arbeiten daran, denn sobald er merkt, dass er nicht “der Gewinner” wird, ist auch seine Motivation schnell verschwunden und der kleine Wutzwerg kommt wieder durch. Da ist seine Frustrationstoleranzschwellel sehr niedrig! Es gibt da aber auch die andere Seite: Wenn Momo sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann bleibt er daran. Dann übt und lernt er und probiert es Tag aus und Tag ein. So zum Beispiel das Pfeifen. Er hat wirklich über Monate hinweg die notwendige Zunge-Lippen-Koordination geprobt  und auch wie dolle er pusten muss, um dann einen Ton heraus zu bekommen. So schafft er es nun mit erstaunlicher Präzision ein und den selben Ton immer wieder neu zu pfeifen. Und darauf ist er mächtig stolz! Da das selbst viele der großen Kinder im Kindergarten noch nicht können. Und er hat auch schon das nächste Projekt angelaufen und in der heißen Phase: Das Zwinkern mit einem Auge. Vor kurzem noch ein Ding der Unmöglichkeit, schafft er es nun mit einem Auge zu zwinkern. Jetzt muss nur noch das Andere es auch hinkriegen.

Darüber hinaus hat er das bezaubernde Talent jeden ins Koma zu quasseln der nicht bei drei den Raum oder noch besser die Wohnung verlassen hat. Sobald er seine Augen öffnet ist auch sein Mund offen und er ist den ganzen Tag am Senden. Ohne Punkt und ohne Komma. Die Kleinkind-Sprache ist fast gänzlich verschwunden, nur noch wenige Worte sind geblieben und erinnern daran. Diese können meinetwegen auch gerne noch ein Weilchen bleiben, wird er doch eigentlich viel zu schnell groß.

“Und wenn meine Zähne alle rausfallen, bin ich 6 Mama und dann geh ich in die Schule”…aber nur wenn es schneit…

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